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15.06.2018
Lage der Rohingya-Flüchtlinge, insbesondere die Not der Kinder
Beitrag von Joachim Zeller in der EP Plenardebatte in Straßburg
Joachim Zeller, MdEP: "Herr Präsident! Das, was wir befürchtet haben, ist leider eingetreten. An der Lage der Rohingya, die vor einem Jahr vor den gewalttätigen Ausschreitungen des Militärs und der Polizei von Myanmar aus ihrer Heimat nach Bangladesch fliehen mussten, hat sich nichts geändert. (...)
 (...) Keiner konnte bisher in seine Heimat zurückkehren, trotz bereits beschlossener Übereinkommen zwischen Myanmar und Bangladesch unter Assistenz der Vereinten Nationen.

 

Im Gegenteil: Die Situation in dem größten Flüchtlingslager der Welt hat sich mit dem Einsetzen des Monsuns noch verschärft. Erste Todesopfer sind in Bangladesch bereits zu beklagen. Auch in den Flüchtlingslagern der Rohingya sind bereits Menschen zu Tode gekommen. Erdrutsche haben die eh schon wenigen Sanitäreinrichtungen und die Trinkwasserversorgung zerstört, und die kümmerlichen Behausungen sind die Hügel hinuntergespült worden. Der Ausbruch von Seuchen droht. Am schlimmsten trifft es wieder die Schwächsten: die Kinder, die nunmehr seit einem Jahr so gut wie ohne Schulbildung sind und von Missbrauch und Menschenhandel bedroht werden.

Die internationale Gemeinschaft muss ihre Hilfszusagen für die Flüchtlinge einlösen. Gleichzeitig muss aber insbesondere auf die militärischen Machthaber in Myanmar der Druck erhöht werden, auch durch Sanktionen gegen einzelne ihrer Vertreter, damit sie sich zu einer Lösung des Konflikts bereit erklären. Auf China, das einen großen Einfluss auf die Militärs in Myanmar hat, sollte eingewirkt werden, damit es zur Lösung des Problems beiträgt.

Die Situation ist noch dadurch weiter verschärft worden, dass in Myanmar im Shan- und im Kachin-Staat auch wieder der Bürgerkrieg ausgebrochen ist. Auch dort mussten wieder Menschen ihre Dörfer verlassen, wurden zu Tausenden vertrieben, und es sind auch bereits etliche Hundert umgekommen. Myanmar bleibt ein Problemfall, und wir sollten es weiter unter Beobachtung halten."

» Link zum Videomitschnitt (Beitrag um 11:29:04 Uhr)