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02.12.2015
Schutz des Nationalparks Virunga in der Demokratischen Republik Kongo
Redebeitrag von Joachim Zeller in der EP-Plenardebatte
Joachim Zeller: "Herr Präsident! Frau Kommissarin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Virunga-Nationalpark am Edwardsee, im Osten der demokratischen Republik Kongo, ist das älteste Naturreservat in Afrika. Berühmt durch seine große Vielfalt an selten gewordenen Pflanzen und Tierarten, vor allem aber, weil er die letzte größere Population an Berggorillas aufweist. Ungefähr 400 dieser imposanten Tiere leben noch in den Bergwäldern der Virunga-Vulkane. (...)"


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"(...) Der Virunga—Nationalpark, der zum Weltnaturerbe gehört, ist aber auch eines der am meisten bedrohten Naturparadiese. In der Umgebung des Parks und auf seinem Gebiet gibt es eine stark anwachsende Bevölkerung. Viele Menschen, die vor dem Genozid in Ruanda geflohen sind, halten sich dort noch auf. Aber marodierende Milizen und Rebellengruppen drangsalieren die Bevölkerung, töten und vergewaltigen die Menschen. Es wird gewildert und wertvolles Holz illegal eingeschlagen. Die größte Bedrohung erfährt dieses einzigartige Naturparadies, zu dessen Schutz sich die Regierung der DR Kongo einst verpflichtet hat, aber dadurch, dass eben diese Regierung der DR Kongo Förderkonzessionen an internationale Energiekonzerne vergibt, da dort im Bereich des Edwardsees Ölvorkommen vermutet werden.

Zwar hat die Firma Total – und vor wenigen Tagen auf internationalen Druck auch die in London ansässige Firma SOCO International – ihre Schürfrechte zurückgegeben, allerdings hält die DR Kongo den Anspruch aufrecht, in diesem Gebiet weiter nach Öl suchen und dort fördern zu lassen. Es wird aber nicht nur Jagd auf die Tiere und die Naturreichtümer des Parks gemacht – in den letzten 20 Jahren mussten auch bereits 140 der Parkschützer den Dienst zur Bewahrung des Parks mit ihrem Leben bezahlen. Die Park Ranger bedürfen unserer dringenden Unterstützung, finanziell und materiell, denn sie üben ihren gefährlichen Dienst für den Erhalt dieses Naturdenkmals für die ganze Menschheit aus. Dazu gehört aber auch, dass keine Rohstoffe aus illegalem Abbau aus diesem Gebiet in die EU eingeführt werden dürfen, auch keine Produkte, die Materialien enthalten, die aus illegalem Abbau stammen oder durch Zwangsarbeit gefördert wurden.

Und es muss Druck ausgeübt werden auf die Regierungen des Kongo und auch von Uganda, dass sie den von ihnen vertraglich zugesicherten Schutz des Weltnaturerbes gewährleisten. Dafür sollten sie unsere Hilfe bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Länder erfahren. Danke!"




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