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07.06.2011
Unterstützung für den unabhängigen Südsudan
Redebeitrag von Joachim Zeller in der EP-Plenardebatte

Joachim Zeller: "Im Januar hatte ich die Möglichkeit, als Wahlbeobachter des Europäischen Parlaments das Referendum zur Unabhängigkeit des Südsudan zu begleiten. Ich war beeindruckt von der großen Zustimmung der Südsudanesen, die künftig das Schicksal ihres Landes selbst bestimmen wollen. Entsprechend forderte ich in der Plenardebatte am 7. Juni, diesen Prozess weiter zu unterstützen. (...)"

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Joachim Zeller MdEP

"(...) Besonders auffällig war für mich die Erwartungshaltung bei den Menschen gewesen, die die Unabhängigkeit ihres Landes als Befreiung von der Sklaverei auffassten. Tausende, vielleicht Zehntausende von sogenannten internal displaced persons, die die jahrzehntelangen Kämpfe im Süden in die Flüchtlingslager des Nordens trieben, machten sich auf den Weg in ihre frühere südsudanesische Heimat.

Natürlich wollen die Menschen im Südsudan neben der Unabhängigkeit des Landes vor allem in Frieden lebend einen Weg in eine glücklichere Zukunft gehen, nach all den Jahrzehnten kriegerischer Auseinandersetzungen, bei denen Millionen von Südsudanesen ihr Leben lassen mussten.

Am 9. Juli soll nun der neue Staat Südsudan offiziell unabhängig werden und die Staatenfamilie der Welt erweitern. Die Startbedingungen sind denkbar schlecht. 70 % der Menschen leben als nomadisierende Viehzüchter, 80 % sind Analphabeten und der Konflikt um Abyei weitet sich in einen militärischen Konflikt aus. Zusätzlich nehmen auch die Rivalitäten zwischen den Stämmen und bewaffneten Gruppen im Südsudan zu. Nach Schätzung von Beobachtern sollen bereits mehr als Tausend Menschen seit Januar ihr Leben verloren haben. Die Verwundeten und Geschändeten sind kaum gezählt.

Der Sudan gehörte zu den gescheiterten Staaten. Es droht die Gefahr, dass der Staat Südsudan bereits als gescheiterter Staat beginnt. Ich bin der festen Überzeugung, dass es angesichts der kolonialen Vergangenheit der dortigen Länder eine große Verpflichtung Europas für diese Region gibt. Gemeinsam mit der UNO und der Afrikanischen Union ist hier die gemeinsame europäische Außenpolitik gefordert, und sie kann sich auch hier beweisen. Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern auch darum, die zarte, sich herausbildende Zivilgesellschaft zu unterstützen. Wir müssen mit denen hart verhandeln, in deren Händen das Schicksal des Landes liegt, nämlich den Stammesführern, Anführern der militärischen Gruppen, dass sie die Hoffnung der Menschen in ihrem Lande nicht enttäuschen.
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